The water method

(English translation not yet finished.)

ls ein ganz alltäglicher und unscheinbarer Stoff birgt das Wasser doch noch so manches Geheimnis, das ihm auf den ersten Blick gar nicht anzusehen ist [Link German]. Auch als Stimmen-"Rohmaterial" scheint sich Wasser in besonderer Weise zu eignen. Nun sind ja Geschichten bekannt, in denen Menschen im Rauschen eines Wasserfalls oder im Murmeln eines Gebirgsbaches Stimmen zu vernehmen glauben. Diese Art Stimmen ist hier allerdings nicht gemeint, da es sich dabei um rein subjektive Wahrnehmungen handelt, die von anderen Personen nicht nachvollzogen werden können.

Aufgrund solcher Berichte sind jedoch manche Kritiker zu der Ansicht gelangt, die Wassermethode sei "die beste Methode, sich selbst zu betrügen". Angeblich seien grundsätzlich in jedem Plätschergeräusch zwangsläufig "Stimmen" zu hören, bemerkenswert sei jedoch deren völlige Zusammenhanglosigkeit [Link German]. Mir selbst ist es ohne viel Phanasie und guten Willen nicht möglich, aus jedem beliebigen Geräusch gleich "Stimmen" herauszuhören. Plätschergeräusche sind für mich keine Stimmen, sondern eben Plätschern. Ich will aber nicht ausschließen, daß es eine Veranlagung zum "Stimmenhören" gibt, welche individuell unterschiedlich stark ausgeprägt ist.

Die "Wasserstimmen", um die es hier geht, sind weder subjektiv noch klingen sie überhaupt wie Plätschern. Es handelt sich vielmehr um objektiv auf Tonträgern aufgezeichnete und von jedem nachvollziehbare sprachliche (oder von mir aus sprachähnliche) Äußerungen, die sich aus dem Geräusch des plätschernden Wassers neu bilden, die aber mit dem ursprünglichen Plätschergeräusch nichts mehr gemeinsam haben. Diese Stimmen weisen einen ganz eigenen Klang auf und sind keineswegs nur "zusammenhanglos". Es sind darunter sinnvolle und bezugnehmende Äußerungen, die den Eindruck erwecken, als handele es sich bei den Urhebern um intelligente Wesenheiten. Um zu guten Resultaten zu kommen, sind allerdings auch einige Vorkehrungen zu treffen, auf die ich an dieser Stelle genauer eingehen will.


Erste Erfahrungen

Als ich vor Jahren erstmals mit der Wassermethode experimentierte, verwendete ich als Mikrofon eine Elektretkapsel mit nachgeschaltetem Vorverstärker. Diese nahm naturgemäß sehr breitbandig auf und übertrug das Plätschern des Wassers, das als sehr feiner Strahl aus einem Wasserhahn in einen Topf tröpfelte, fast unverändert aufs Band. Es war sehr schwierig und erforderte schon sehr genaues Hinhören, um die leisen, "roboterähnlichen" Stimmen aus dem lauten Plätschergeräusch herauszuhören. Hier ein akustisches Beispiel eines dieser ersten Versuche:

In einer Einspielung bezog ich mich einmal auf eine elektronische Schaltung, die nicht so richtig funktionieren wollte, und sagte, "...daß das Ding nicht funktioniert", worauf nach gut zwei Sekunden Plätschern das Wort "Größer!" zu hören ist. Ich deutete das als einen Hinweis auf den Ohm-Wert eines bestimmten Widerstandes - leider ohne Erfolg. Hier der entsprechende Ausschnitt aus der Einspielung:

Play "...daß das Ding nicht funktioniert" [2 Sek. Plätschern] "Größer!"

Play [0,7 Sek. Plätschern] "Größer!" (gefilterter Ausschnitt)

Dieses Beispiel zeigt, daß sich die auf diese Weise erzielten Stimmen nicht besonders gut vom übrigen Plätschern abheben. Hier könnte man möglicherweise tatsächlich eher von "subjektivem Hören" sprechen, auch wenn für mich diese Stimmen auch jetzt nach Jahren noch problemlos nachvollziehbar sind.

Später besuchte ich eine Anlaufstelle des VTF in Köln, bei der ebenfalls mit Wasser als "Rohmaterial" gearbeitet wurde. Anstelle des sonst üblichen Mikrofons wurden dort allerdings mehrere in Reihe geschaltete, trichterförmige Piezo-Lautsprecher verwendet. Durch einen nachgeschalteten Vorverstärker und ein Hallgerät gelangte das Signal schließlich aufs Cassettenband. Das Wasserplätschern wurde von einem Springbrunnen im Gartenteich erzeugt und drang durch das Kellerfenster leise in den Einspielraum. Beim Abhören der Aufnahme fiel mir gleich der ganz eigenartige Klangcharakter der Einspielung auf. Das ursprüngliche Wasserplätschern war als solches gar nicht mehr identifizierbar. Statt dessen hörte man ein seltsam krächzendes Geräusch, das irgendwie artikuliert klang und stellenweise tatsächlich Worte, sogar Sätze, enthielt. Verblüffend fand ich den Satz Sound "Hat doch ooch'n Klangschalter - Kontakt!", der unmittelbar auf die Worte "Ich grüße meinen Vater Robert Kohlgraf" folgte.


Das "Mikrofon"

Offensichtlich waren die als Mikrofon "mißbrauchten" Piezo-Lautsprecher hauptverantwortlich für den eigenartigen Klang und die Deutlichkeit der Wasserstimmen. Gegenüber einem Elektretmikrofon haben sie einen sehr eingeschränkten Frequenzbereich mit starker Bevorzugung der Frequenzen zwischen etwa 1 und 4 kHz, was ziemlich genau dem Sprachbereich entspricht. Die maximale Empfindlichkeit, die sich durch die Resonanzfrequenz des trichterförmigen Horns ergibt, liegt bei etwa 2200 Hz - daher der "blecherne" Klang.



Der Piezo-Hoch-Mitteltöner PHM 8.19 von Motorola (Best.-Nr.
335843-62 bei Conrad [Link]) mit angelötetem Mikrofonkabel



Der Frequenzgang des Piezos gegenüber einem Elektret-Mikro:
Starke Betonung der Frequenzen zwischen ca. 1 und 4 kHz


Bei normalen Tonaufnahmen würde man nie auf die Idee kommen, ein so "miserables Mikrofon" zu verwenden; für die Wasserstimmen jedoch scheint es ideal zu sein: Die Sprachfrequenzen werden verstärkt registriert, während das hohe Plätschern gedämpft wird. Ob die Bauform und der piezoelektrische Schallumwandler zusätzlich noch einen Einfluß haben, kann ich nicht genau sagen. Durch das Horn ergibt sich eine gewisse Richtwirkung und eine Erhöhung des Schalldrucks an der Membrane, wodurch sich die effektive Empfindlichkeit erhöht. Außerdem scheint das Signal-Rausch-Verhältnis subjektiv besser zu sein als bei dem Elektret-Mikrofon, was sich ebenfalls durch die starke Bevorzugung des mittleren Frequenzbereichs ergeben dürfte.

Mit angelötetem Mikrofonkabel und einem 3,5-mm-Mono-Klinkenstecker am anderen Ende läßt sich der "Piezo" direkt in die Mikrofonbuchse eines Cassettenrecorders stecken. Durch die hohe Impedanz des Piezos kommt es hierbei allerdings zu Einstreuungen von 50-Hz-Netzbrummen incl. Oberwellen, die sich jedoch mit Hilfe von Adobe® Audition™ (ehemals CoolEdit) einigermaßen gut entfernen lassen (FFT-Filter "50Hz + 100Hz Notch", zu finden im Menü "Transform > Filters"). Außerdem stimmt natürlich die Anpassung des Piezos an den niederohmigen Mikrofoneingang nicht, was aber in der Praxis nicht weiter stört, da die Empfindlichkeit auch ohne Vorverstärker noch ausreichend hoch ist.



Über das angelötete Kabel wird der Piezo direkt mit dem Recorder verbunden

TIP: Damit das Brummen gar nicht erst in den hochohmigen Piezo-Wandler einstrahlen kann, kann man den Piezo-Lautsprecher auch in ein Metallgehäuse einbauen, das elektrisch mit der Abschirmung des Mikrofonkabels verbunden wird. (Es reicht sogar schon, den eigentlichen Schallwandler am hinteren Teil des Piezos mit Alufolie zu umwickeln und diese mit der Abschirmung zu verbinden.)


Für Bastler: Ein Vorverstärker mit symmetrischen Eingängen

Eine weitere Möglichkeit, das Brummen zu eliminieren und gleichzeitig die Empfindlichkeit zu erhöhen, ist die Verwendung eines Vorverstärkers mit Differeinzeingängen, der mit ein paar "Lötkenntnissen" leicht selbst herzustellen ist. Dieser besteht aus einem Operationsverstärker-IC mit getrennter Verstärkungseinstellung für den invertierenden und den nichtinvertierenden Eingang. Gleichphasig anliegende Brummstörungen durch Netzeinstreuungen in die hochohmige Zuleitung des Piezolautsprechers heben sich gegenseitig auf, während das gegenphasig anliegende Nutzsignal weiterverstärkt wird. Mit dem Potentiometer P1 läßt sich die Verstärkung von 0...100-fach einstellen. P2 (Balance) sollte immer in ungefähr der gleichen Stellung wie P1 stehen. Genauer ist es, über Kopfhörer zu hören, bei welcher Stellung von P2 das evtl. Netzbrummen verschwindet und der Klang am saubersten ist. Bei jeder Änderung der Verstärkung mit P1 muß auch die Balance mit P2 nachgestellt werden!

Der Anschluß des Piezos an den Vorverstärker erfolgt symmetrisch mittels eines abgeschirmten Stereo-NF-Kabels, wobei nur die beiden Innenleiter an die entsprechenden Anschlüsse des Piezos gelötet werden. Achtung: Um "Brummschleifen" zu vermeiden, dürfen die Abschirmungen der beiden Einzelkabel Piezo-seitig nicht miteinander verbunden werden! Am anderen Ende des Stereo-Kabels werden geeignete Stecker angebracht zum Anschluß an den Eingang des Vorverstärkers, z.B. zwei Mono- oder ein Stereo-Klinkenstecker. Erst hier dürfen die Abschirmungen beider Einzelleitungen miteinander verbunden werden.




Anschluß des Stereo-NF-Kabels an den Piezo-Lautsprecher



Die einfache Schaltung des Differenzverstärkers


Das Gerät benötigt eine symmetrische Stromversorgung. Aus ökologischen sowie auch aus ökonomischen Gründen empfiehlt sich die Verwendung von NiMH-Akkus statt Batterien.


Die "Plätschereinrichtung"

Das akustische Rohmaterial, Wasserplätschern, wird mit Hilfe einer kleinen elektrischen Springbrunnenpumpe erzeugt, wie sie beispielsweise für Hydrokulturen mit Lavastein verwendet wird (erhältlich überall da, wo es Pflanzen zu kaufen gibt). Mein Exemplar hat eine Leistungsaufnahme von 5 W bei 230 V und eine durch einen Schieberegler einstellbare Pumpleistung von 0...5 Liter/Min. Die maximale Pumphöhe beträgt 55 cm. Die Pumpe befindet sich auf dem Boden eines mit etwas Wasser gefüllten, größeren Gefäßes aus Metall oder Keramik, das als Resonanzkörper dient. Das Gefäß kann beispielsweise eine Milchkanne oder ein großer Pflanzen-Übertopf sein; wichtig ist, daß es "hohl" klingt, denn dadurch erhalten die Stimmen "Farbe". Durch die Menge des Wassers in dem Gefäß wird indirekt die Höhe der Fontäne bestimmt. Die Pumpe sollte gerade so eben mit Wasser bedeckt sein, so daß sich eine dynamisch sprudelnde, etwa 20 bis 30 cm hohe Fontäne aus einzelnen, größeren Wassertropfen ergibt. Es soll nicht nur leise plätschern, sondern ruhig laut "gluckern".



Oben: Die kleine Hydrokultur-Wasserpumpe

Rechts: Die laufende Pumpe im Keramik-Übertopf:  
Das Wasser sprudelt chaotisch bis zu 30 cm hoch.  


TIP 1: Der "Klang" des Plätscherns kann durch Abdecken des Gefäßes weiter variiert werden. Hier wurde beispielsweise den Keramik-Übertopf mit einer Kunststoffschale gleichen Durchmessers abgedeckt:



Oben: Die Kunststoffschale

Klangbeispiele

Rechts: Die abgedeckte "Plätschereinrichtung"  


TIP 2: Optional kann die Pumpe während der Einspielung durch einen Intervallschalter im Abstand von jeweils ca. vier Sekunden ein- und ausgeschaltet werden. Die so durch den ständigen Auf- und Abbau der Fontäne erzeugte Dynamik scheint die Stimmenbildung zu fördern, und die Stimmen lassen sich nachher beim Abhören auch leichter lokalisieren. Hierzu eignet sich beispielsweise der bei Conrad Electronic [Link German] als Bausatz erhältliche "Präzisions-Intervallschalter" mit der Best-Nr. 191299-62. Benötigt wird zusätzlich ein Netzgerät mit 11-15 V Ausgangsspannung und ein passendes Gehäuse. Anstelle eines Intervallschalters kann man sich auch ganz einfach aus einem Verlängerungskabel und einem Schnur-Zwischenschalter einen "Fernschalter" zum manuellen Unterbrechen der Stromzufuhr der Pumpe herstellen. Noch einfacher und bequemer ist die Verwendeung einer Funk-Steckdose, mit der das Wasser über eine kabellose Fernbedienung ein- und ausgeschaltet werden kann (Best.-Nr. 613333-LL bei Conrad Electronic).


Anordnung der Geräte

Die gesamte "Plätschereinrichtung" sollte sich in größerer Entfernung zum aufnehmenden Mikrofon (Piezo-Lautsprecher) befinden - am besten in einem Nebenraum, der vom eigentlichen Einspielraum, in dem auch die Aufzeichnungsanlage steht, durch eine Tür abgeteilt ist. Durch mehr oder weniger weites Öffnen oder Schließen der Tür läßt sich die Lautstärke des Rohmaterials regulieren und die zu hohen Frequenzanteile des Plätscherns dämpfen. Bei optimaler Einstellung sind die mit dieser Methode erhaltenen Stimmen oft erstaunlich gut artikuliert und haben einen ganz typischen Klang, der manchmal an einen sprechenden Wellensittich erinnert. Einige akustische Beispiele sind auf der Seite mit den Seite Stimmenbeispielen zu finden.



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