Einspielen und Abhören mit dem Computer

Eine kurze Praxisanleitung

er Begriff "Tonbandstimmen" hat sich im deutschen Sprachgebrauch wohl deshalb durchgesetzt, weil zur Zeit der Entdeckung der Stimmen 1959 durch Friedrich Jürgenson Tonbandgeräte die einzigen verfügbaren Aufnahmegeräte auf dem Unterhaltungselektronik-Markt waren und sich die Stimmen deswegen zuerst auf Tonbändern manifestiert haben. Außerdem glaubte man früher, die Stimmen würden ausschließlich durch eine Art "psychokinetische Manipulation" der Magnetteilchen des Bandes zustandekommen. Mit Aufkommen neuerer Aufnahmeverfahren wie DAT, MiniDisc und Computer wurden diese jedoch ebenso erfolgreich wie das altehrwürdige Tonband zum Einspielen paranormaler Botschaften eingesetzt, so daß die Bezeichnung "Tonbandstimmen" inzwischen eigentlich überholt ist.

Aufgrund seiner nahezu "unbegrenzten Möglichkeiten" (diese hängen ausschließlich von den verwendeten Programmen ab) ist der Computer für die Aufnahme, Bearbeitung und Auswertung von Tonaufnahmen eigentlich in geradezu idealer Weise geeignet. Wenn man hierzu einen tragbaren "Notebook"-Computer einsetzt, wovon es auch Mini-Ausführungen gibt (die sog. "Sub-Notebooks"), dann muß das Ganze nicht mehr Platz einnehmen als ein herkömmlicher Cassettenrecorder und ist so auch für "unterwegs" bestens geeignet. Zwar kann man einen Computer preislich nicht mit einem einfachen Cassettenrecorder vergleichen, dafür hat man aber auch gleich ein ganzes "Tonstudio" in einem einzigen Gerät...

Noch vor nicht allzu vielen Jahren war das Aufzeichnen längerer Ton- und Videosequenzen mit dem Computer zwar technisch möglich, aber aufgrund der geringeren Festplattenkapazitäten nur bedingt sinnvoll. 1997 waren 2 Gigabyte noch ziemlich viel; heute (2002) bekommt man für denselben Preis Festplatten mit 80 Gigabyte Speicherkapazität, was ungefähr 132 Stunden Aufzeichnungsdauer in "CD-Qualität" ergibt, was 88 Cassetten "C90" entspricht (preislich gesehen in etwa identisch). In der Praxis wird man seine Aufnahmen jedoch nicht unbedingt auf der Festplatte belassen, sondern von Zeit zu Zeit mit Hilfe eines CD-Brenners auf CD-ROMs archivieren. Mit 50 Cent pro Stück kosten CD-Rohlinge inzwischen auch erheblich weniger als Audio-Cassetten.

Natürlich erfordert ein Computer auch etwas mehr an Einarbeitung. Dieser Artikel möchte daher interessierten Computer-Neulingen die grundlegende Vorgehensweise zur Aufnahme und anschließenden Auswertung von Tonbandstimmen-Einspielungen mit Hilfe des PCs erläutern, und zwar hier am Beispiel eines PCs mit dem Betriebssystem "Windows 2000". Für andere Windows-Versionen ist die Vorgehensweise im Prinzip dieselbe, allerdings könnten manche Bezeichnungen geringfügig abweichen.


Anschluß externer Geräte an den PC

Bevor der PC etwas aufnehmen kann, muß zuerst einmal eine externe Audioquelle mit ihm verbunden werden - genauer gesagt, mit einem der Eingänge der Soundkarte. Hiervon gibt es meist zwei Stück: Einen Mikrofon- und einen sogenannten Line-Eingang ("Line In"). Außerdem gibt es noch diverse andere Ein- und Ausgänge, die uns aber erst einmal nicht zu interessieren brauchen. Die genannten Buchsen befinden sich bei einem Desktop-PC normalerweise auf der Rückseite des Gerätes, bei einem Notebook irgendwo seitlich. Es handelt sich in der Regel um 3,5-mm-Klinkenbuchsen. (Einige hochwertigere Soundkarten haben statt der Klinkenbuchsen auch Cinch-Buchsen.) Die nebenstehende Abbildung zeigt die Rückseite eines PCs mit einem auf der Hauptplatine integrierten Soundsystem (1) und einer zusätzlichen Soundkarte (2).

Sollen direkt mit dem PC Einspielungen vorgenommen werden, kann man ein Mikrofon direkt in den Mikrofon-Eingang stecken. Sollte der Mikrofonstecker nicht passen, benötigen Sie einen entsprechenden Adapter, den Sie in der Elektronik-Abteilung jedes größeren Kaufhauses bekommen. Das Seite hier beschriebene Verstärkermikrofon oder das vom VTF für Mitglieder hergestellte Hannoversche Mikrofon kann direkt angeschlossen werden.

Wenn Sie Aufnahmen, die bereits auf Cassetten oder MiniDisc vorliegen, in den PC überspielen wollen, dann benötigen Sie ein spezielles Audio-Verbindungskabel, mit dem Sie den Line-Ausgang des Cassettenrecorders bzw. des MiniDisc-Recorders mit dem Line-In-Eingang des Computers verbinden. Um welches Kabel es sich dabei genau handeln muß, hängt von der Art der Buchsen an Ihren Geräten ab. Einfache Cassettenrecorder wie z.B. der Panasonic RQ-2102 oder der Philips AQ 6455 haben z.B. eine 3,5-mm-Mono-Klinkenbuchse, HiFi-Tapedecks dagegen zwei Cinch-Buchsen (linker und rechter Stereo-Kanal). Diese Kabel bekommen Sie ebenfalls im Fachhandel - im Zweifelsfalle lassen Sie sich bitte dort beraten. Falls Ihr Cassettenrecorder keinen Line-Out-Ausgang hat, nehmen Sie statt dessen den Kopfhörer-Ausgang. Stellen Sie den Lautstärkeregler dabei ungefähr auf "halbe Lautstärke" ein.


Mixer-Einstellungen

Die Pegel der Ein- und Ausgänge der Soundkarte Ihres Computers lassen sich unabhängig voneinander einstellen. Dies funktioniert ähnlich wie bei einem Mischpult, allerdings mit dem Unterschied, daß das "Mischpult" hier direkt auf der Soundkarte integriert ist und mit Hilfe eines Programms bedient werden muß, und zwar mit dem Mixer-Programm, oder kurz "Mixer" genannt. Hierbei können sowohl die Aufnahme- als auch die Wiedergabe-Lautstärken getrennt voneinander eingestellt werden. Am Beispiel des Mikrofons bedeutet das, daß man zum einen die Lautstärke einstellen kann, mit der die Sprache in den Computer aufgenommen wird, und zum anderen die Lautstärke, mit der die vom Mikrofon aufgenommene Sprache gleichzeitig über die an den Computer angeschlossenen Lautsprecher (oder Kopfhörer) wiedergegeben wird. Diese beide Einstellmöglichkeiten gibt es nicht nur für das Mikrofon, sondern auch für alle anderen möglichen Signalquellen wie Line In, CD, WAV und MIDI. Entsprechend gibt es beim Mixer zwei getrennte "Ebenen": Die Aufnahmesteuerung und die Wiedergabesteuerung. Diese erreichen Sie bei Windows auf zwei möglichen Wegen:

1.) Über die Systemsteuerung: a) Klicken Sie hierzu unten links auf "Start", dann "Einstellungen" und "Systemsteuerung". b) In dem daraufhin sich öffnenden Fenster mit dem Titel "Systemsteuerung" doppelklicken Sie auf "Sounds und Multimedia". c) Hier öffnet sich ein weiteres Fenster mit dem Titel "Eigenschaften von Sounds und Multimedia". Klicken Sie dort auf den Reiter "Audio" und unter "Audioaufnahme" auf "Lautstärke":

a)

b) c)

2.) Über den Mixer direkt: a) Doppelklicken Sie hierzu auf das kleine Lautsprecher-Symbol unten rechts neben der Uhr. (Hinweis: Auf manchen Windows-Systemen sieht dieses Symbol auch aus wie ein kleines Mischpult. In diesem Falle wird nicht der Standard-Mixer von Windows verwendet, sondern ein entsprechendes Programm des Soundkarten-Herstellers. Die folgenden Beschreibungen beziehen sich jedoch nur auf den Standard-Windows-Mixer!) b) Es sollte sich dann ein Fenster öffnen, in dem wie bei einem Mischpult nebeneinander verschiedene Schieberegler zu sehen sind.

a) b)

Der Titel des Mixer-Fensters kann entweder "Wiedergabesteuerung" oder "Aufnahmesteuerung" lauten. Da wir den Eingang für die Aufnahme auswählen und die Aufnahmelautstärke einstellen wollen, müssen wir in die Aufnahmesteuerung. Diese erreicht man über das Menü "Optionen", Unterpunkt "Eigenschaften".

Klicken Sie in dem sich nun öffnenden "Eigenschaften"-Fenster unter "Lautstärke regeln für" auf "Aufnahme" und bestätigen Sie mit "OK":

Egal, welchen Weg Sie gewählt haben (1 oder 2), Sie sollten nun den Mixer für die "Aufnahmesteuerung" sehen:

Hier können Sie durch Anklicken eines der Kästchen neben dem Wort "Auswählen" einen Eingang für die Aufnahme wählen und dessen "Aufnahmelautstärke" (Pegel) durch Hoch- oder Runterschieben des dazugehörigen Schiebers einstellen. Wollen Sie z.B. über Mikrofon aufnehmen, dann klicken Sie unter "Mikrofon" auf "Auswählen" und schieben Sie den Mikrofonregler nach oben. Wollen Sie eine vorhandene Aufnahme von einem anderen Gerät überspielen, dann wählen Sie entstrechend "Line In". (In dem oben abgebildeten Beispiel heißt dieser Kanal "Analog Mix", denn bei meiner Soundkarte sind dort Line In, CD, Aux und noch einige andere analoge Eingänge unter einem Regler zusammengefaßt.)


Die Software

Zum Aufnehmen benötigt man nun noch eine geeignete Software. Als eine Art "Standard" hat sich in der Tonbandstimmenforschung der vielseitige Audio-Editor CoolEdit von der Firma Syntrillium etabliert, der seit August 2003 von der Firma Adobe unter dem Namen Seite Adobe Audition vertrieben wird (die Bilder in dieser Anleitung beziehen sich noch auf CoolEdit 2000). Mit Audition erhält man ein komplettes "virtuelles Tonstudio" mit unendlich vielen Bearbeitungs- und Filterfunktionen. Das Aufnehmen und Wiedergeben funktioniert damit ähnlich wie bei einem Cassettenrecorder, indem man einfach auf die ähnlich aussehenden Knöpfe (Buttons) des Programms klickt. Die "Aufnahme-Taste" ist zum Beispiel die mit dem roten Punkt. Klicken Sie hierauf, um die Aufnahme zu starten:

Vor dem eigentlichen Start der Aufnahme fragt Audition noch verschiedene Werte ab, die im Folgenden kurz erläutert werden:


Aufnahme-Einstellungen

Da der Computer das Signal beim Aufnehmen digitalisiert - d.h. in Zahlen zerlegt -, hängt die Aufnahmequalität sehr stark davon ab, wie oft pro Sekunde dies geschieht: Je öfter (d.h. je höher die "Sampling-Rate" ist), umso besser ist zwar die Qualität, aber umso mehr Speicherplatz wird auch benötigt. Für Einspielungen sollte eine Sample-Rate von 44100 Hz und eine Auflösung von 16 Bit verwendet werden - dies entspricht "CD-Qualität". Wenn nur in Mono aufgenommen wird, fallen dabei pro Minute etwa 5 MB an Daten an, bei Stereo wäre es das Doppelte. Die Einstellungen für Sample-Rate, Auflösung und Anzahl Kanäle (Mono oder Stereo) lassen sich im Programm vornehmen. Audition fragt z.B. vor Beginn jeder neuen Aufnahme automatisch danach (siehe Abbildung oben).


Starten der Aufnahme

Sobald die Einstellungen der Sample-Rate und der Auflösung mit "OK" bestätigt wurden, startet die Aufnahme. Schalten Sie nun - falls Sie eine vorhandene Aufnahme überspielen wollen - den Cassettenrecorder oder den MiniDisc-Recorder auf Wiedergabe bzw. schalten Sie das Mikrofon ein und nehmen Sie auf. Klicken Sie am Ende der Aufnahme auf die "Stop-Taste" (das ist der Button mit dem Quadrat). Sie sollten dann im Wellenfenster von Audition eine grüne Wellenform sehen. Um das eben Aufgenommene abzuspielen, klicken Sie auf die "Wiedergabe-Taste" (einzelnes, nach rechts weisendes Dreieck).

Es empfiehlt sich, vor der eigentlichen Aufnahme erst einmal nur eine kurze Testaufnahme zu machen, um zu kontrollieren, ob auch alles richtig ausgesteuert wird. Falls die Aufnahme zu laut oder zu leise ist, schieben Sie den Mikrofonregler des Mixers ("Aufnahmesteuerung") weiter nach unten bzw. nach oben. Falls überhaupt nichts aufgenommen wird, stellen Sie sicher, daß bei "Auswählen" unter dem entsprechenden Schieberegler ein Häkchen ist. Falls immer noch nichts aufgenommen wird, überprüfen Sie noch einmal den Anschluß des Mikrofons oder der anderen Geräte an die entsprechende Eingangsbuchse der Soundkarte. Falls zwar nach Beenden der Aufnahme die grüne Wellenform in dem Audition-Fenster zu sehen ist, aber beim Wiedergeben nichts zu hören ist, dann kontrollieren Sie, ob Ihre Lautsprecher richtig angeschlossen und eingeschaltet sind. Sehen Sie auch in der "Wiedergabesteuerung" Ihres Mixers nach, ob der Regler für "Wave" sowie der ganz linke Regler (Master-Regler) oben sind und vergewissern Sie sich, daß unten bei "Ton aus" kein Häkchen ist. Falls es übrigens beim Aufnehmen über Mikrofon zu unerwünschtem Rückkopplungspfeifen kommt, können Sie hier in der Wiedergabesteuerung den Mikrofonregler ganz nach unten schieben oder bei "Ton aus" unterhalb des Mikrofonreglers ein Häkchen machen. Natürlich können Sie statt dessen auch einfach die Lautstärke an Ihren Boxen herunterregeln...

Um den Aussteuerungspegel vor Beginn einer Aufnahme zu kontrollieren, brauchen Sie bei Audition übrigens nicht unbedingt eine Testaufnahme zu machen, sondern Sie können dazu auch die Aussteuerungsanzeige benutzen. Machen Sie dazu in den schwarzen Balken am unteren Rand des Audition-Programmfensters, der mit -114...0 dB beschriftet ist, einen Doppelklick. Daraufhin erscheint dort ein im Takt des aufzunehmenden Signals zuckender grüngelber Balken, der umso weiter nach rechts "ausschlägt", je stärker das Signal ist. Sie können nun die Schieberegler der "Aufnahmesteuerung" so lange bewegen, bis die Aussteuerung in Ordnung ist. Der rote Balken sollte möglichst weit nach rechts reichen, jedoch nicht rechts "anstoßen", denn dann wäre die Aufnahme übersteuert. Klicken Sie zum Ausschalten der Aussteuerungsanzeige auf den "Stop"-Button.


Abspeichern der Aufnahme

Nach Beendigung der Aufnahme sollte diese unbedingt sofort abgespeichert werden. Tun Sie dies ruhig auch mal öfters zwischendurch, während Sie Ihre Aufnahme auswerten. Besonders Windows-Computer haben nämlich manchmal die unangenehme Eigenschaft, einfach "hängenzubleiben", und nichts wäre doch ärgerlicher, als eine mühevoll abgehörte Aufnahme zu verlieren.

Klicken Sie zum Abspeichern auf den "Speichern"-Button am oberen Rand des Audition-Fensters (oder drücken Sie die F12-Taste) und wählen Sie als Dateityp "Windows PCM (*.wav)". Vergeben Sie als Dateiname am besten irgend eine sinnvolle Bezeichnung, so daß Sie die Aufnahme auch später schnell wiederfinden können. Als praktisch hat sich hier eine Kombination aus dem Datum und der Uhrzeit und dem Ort der Einspielung erwiesen, z.B. "20020530-0945-Fulda". (Das Datum wurde hier "umgekehrt" geschrieben, also zuerst das Jahr, dann der Monat, dann der Tag, damit der Computer die einzelnen Dateien später chronologisch sortiert auflisten kann.)


Das Abhören

Das spätere Abhören der Aufnahme kann ebenfalls direkt am Computer geschehen. Durch Klick auf den "Start"- und den "Stop"-Button wird die Wiedergabe gestartet bzw. beendet. Schneller geht dies durch Betätigen der Leertaste auf Ihrer Tastatur. Die Wiedergabe startet immer an der Stelle, an der sich der Cursor (die senkrechte, gelbe, gestrichelte Linie) gerade befindet. Um den Cursor an eine andere Position innerhalb der Aufnahme zu setzen, klicken Sie einfach in die Wellenform hinein. Durch Klicken, Gedrückthalten der Maustaste, "Ziehen" und Loslassen können Sie einen Bereich innerhalb der Aufnahme farblich "markieren". Wenn Sie nun "Wiedergabe" betätigen, wird nur der markierte Ausschnitt wiedergegeben. Klicken Sie dagegen auf den Button mit dem "Unendlichkeits"-Symbol (liegende 8), dann wird der markierte Ausschnitt in einer "Endlosschleife" so oft wiederholt, bis Sie "Stop" anklicken. Um die linke oder rechte Begrenzung eines markierten Bereiches zu verschieben, benutzen Sie die rechte Maustaste. Um die Markierung aufzuheben, klicken Sie einmal mit der linken Maustaste in das Wellenfenster hinein. Falls die Aufnahme mehrere Minuten lang ist, kann es für das genaue Abhören sinnvoll sein, näher an die Wellenform "heranzuzoomen". Dies kann mit den Buttons erreicht werden, auf denen das Symbol einer Lupe abgebildet ist. Spielen Sie einfach mal ein wenig damit herum! Wenn Sie die Wellenform "herangezoomt" haben, können Sie den im Wellenfenster sichtbaren Ausschnitt nach links oder rechts bewegen, indem Sie entweder den grünen, horizontalen Balken oberhalb des Wellenfensters seitlich verschieben, oder indem Sie die "Skala" unterhalb des Wellenfensters seitlich verschieben. In beiden Fällen verändert sich der Mauspfeil in eine "Hand".


Protokollieren der gehörten Stimmen

Sie können auch den Wortlaut der einzelnen Stimmen direkt über die Tastatur des Computers eingeben und sich so die sonst bei Einspielungen übliche "Zettelwirtschaft" ersparen. Audition bietet hierzu ein für unsere Zwecke geradezu ideales Werkzeug an, die sogenannte "Cue-List" - eine Liste, in die die Deutungen direkt eingetragen werden können. Die Cue-List erlaubt es, einzelne Bereiche innerhalb der Aufnahme mit einem Beschreibungstext zu versehen. Später lassen sich die Stimmen durch einfachen Doppelklick auf einen solchen Listeneintrag sehr schnell wieder auffinden und abspielen.


Umgang mit der Cue-List

Die Cue-List erreicht man in Audition über das Menü "View". Hier gibt es nun die Felder "Label" (Kennzeichen) und "Description" (Beschreibung). Darunter findet man u.a. den Button "Add", mit dem man der Liste einen Eintrag hinzufügt. Angenommen, man hat in der Aufnahme eine Stimme identifiziert. Mit gedrückt gehaltener linker Maustaste hat man den Bereich innerhalb der Wellenform markiert (farblich hervorgehoben). Nun klickt man einfach auf "Add", um den markierten Abschnitt der Liste hinzuzufügen. In das Label-Feld schreibt man nun den gehörten Wortlaut der Stimme, das Description-Feld rechts daneben eignet sich für Kommentare zu dieser Stimme (z.B. ob weiblich/männlich, Betonung, Deutlichkeit, etc.).

Nachdem man auf diese Weise alle Stimmen identifiziert und bezeichnet hat, speichert man die Datei noch einmal ab. Cue-Lists können nur bei WAV-Dateien verwendet werden (Dateityp: Windows PCM). Andere Dateitypen wie z.B. MP3 unterstützen bisher leider keine Extra-Informationen. Beim Abspeichern der WAV-Datei muß unbedingt darauf geachtet werden, daß bei "Save extra non-audio information" ein Haken ist!

Wird die Datei dann zu einem späteren Zeitpunkt wieder geladen, erscheinen alle zuvor bezeichneten Stimmen mit ihrem Wortlaut und ihrer Beschreibung wieder in dem Cue-List-Fenster. Durch Doppelklick auf einen Eintrag wird der dazugehörige Abschnitt innerhalb der Aufnahme automatisch markiert und kann dann durch Klick auf den Wiedergabe-Knopf sofort wieder abgespielt werden.

Arbeiten mehrere Leute auf unterschiedlichen Rechnern an der Auswertung ein und derselben WAV-Datei, dann erleichtert ein kleines Zusatzprogramm namens CueListTool [Link] das spätere Austauschen bzw. Zusammenführen der Ergebnisse sehr.


Weitere Bearbeitungsmöglichkeiten

Wie gesagt, bietet Audition noch eine Vielzahl weiterer Bearbeitungs- und Filterfunktionen. Wie man beispielsweise Rauschen und Brumm- und Pfeiftöne aus Aufnahmen herausfiltern kann, beschreibt der Artikel Seite Filtern von Tonbandstimmen mit Adobe Audition (ehemals CoolEdit).



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