Anleitung

Wie spielt man Tonbandstimmen ein?

Verbesserungsmöglichkeiten

Man sollte bei Tonbandstimmen keine minutenlangen Vorträge in Radio-Qualität erwarten. In der Mehrzahl der Fälle wird man einzelne Namen oder wenige bezugnehmende Worte erhalten; lange Sätze sind eher die Ausnahme. Viele Stimmen sind leise oder schnell gesprochen oder weisen einen ungewohnten Rhythmus oder Klang auf, und oftmals stimmt auch die Grammatik nicht so ganz. Es erfordert schon eine gewisse Zeit der Gewöhnung an die Geräuschkulisse, um die Störungen akustisch "wegzudrücken" und die eigentliche Stimme zu verstehen. Bei regelmäßiger Praxis verbessert sich jedoch die Fähigkeit des Verstehens der Stimmen einerseits und die Qualität der Stimmen andererseits.

Um Verbesserungen zu erzielen, kann man auch ganz gezielt während der Einspielungen nach entsprechenden Hinweisen fragen und dann versuchen, diese umzusetzen. Grundsätzlich empfiehlt es sich auch, bei Experimenten systematisch vorzugehen. Das heißt vor allem, nicht von Einspielung zu Einspielung alle möglichen Veränderungen an der Geräteanordnung vorzunehmen.

 

 

Statt dessen sollte versucht werden, diejenigen Parameter, die das Ergebnis in irgend einer Weise beeinflussen könnten, möglichst unverändert zu lassen und immer nur eine Veränderung auf einmal vorzunehmen und damit dann über einen längeren Zeitraum hinweg zu arbeiten, um so zu sehen, welche Auswirkungen dies auf die Stimmenbildung hat. Zu möglichen Parametern gehören beispielsweise die verwendeten Geräte, deren räumliche Anordnung, die Einstellungen dieser Geräte, das verwendete Rohmaterial, die Tageszeit und - ganz wichtig! - auch die seelische Verfassung des Einspielers bzw. der Teilnehmer der Gruppe. Dieser zuletzt genannte "Parameter" wird immer wieder unterschätzt, aber tatsächlich ist er wohl der wichtigste! Immer wieder wird beobachtet, daß es trotz äußerlich unveränderter Versuchsbedingungen von Einspielung zu Einspielung zu "unerklärlichen Schwankungen" der Quantität und Qualität der erhaltenen Stimmen kommt. Dies zeigt doch sehr deutlich, daß Tonbandstimmen eben nicht nur ein technisches Phänomen oder gar Einbildung sind, sondern daß noch eine weitere Komponente wirksam ist - nämlich eine "geistige". Eine entsprechende "Einstimmung" der Teilnehmer - wie oben bereits angesprochen - ist daher sehr zu empfehlen. Ende des Artikels


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