Anleitung

Wie spielt man Tonbandstimmen ein?

Die Auswertung

Jetzt erst kommt die eigentliche "Arbeit", das Abhören der Aufnahme und das Auffinden der Stimmen, die je nach verwendetem Rohmaterial leiser oder lauter sein können. Wenn ein Cassettenrecorder verwendet wurde, muß das Band jetzt wieder zum Beginn der Einspielung zurückgespult werden. Bei Aufnahme über den Computer mittels Soundprogramm sollte vor dem Abhören erst einmal abgespeichert werden, damit nix verlorengehen kann.

Nun beginnt man mit dem Abhören. Dabei sollte besonders auf die Stellen zwischen den gestellten Fragen geachtet werden, in denen scheinbar nur das Hintergrundgeräusch zu hören ist. Wenn man glaubt, etwas Auffälliges gehört oder etwas Sinnvolles verstanden zu haben - und sei es auch erst mal noch so vage -, dann wird die betreffende Stelle so oft wiederholt, bis sich die Stimme entweder "herauskristallisiert" oder bis man feststellt, daß es phonetisch doch nicht ganz paßt - dann war es doch keine Stimme. Ein Cassettenrecorder mit "Repetiertaste" zum schnellen Zurückspulen während der Wiedergabe erleichtert dabei das wiederholte Anhören kurzer Bandabschnitte zum Auffinden der Stimmen sehr.

Bis man etwas entdeckt hat, kann man ruhig erst einmal ganz "unkritisch" hören. Dann aber sollte man sehr "kritisch" jedes einzelne Phonem unter die Lupe nehmen, um zu verifizieren, ob es wirklich das heißt, was man anfangs zu hören glaubte.

 

 

Als zusätzliche Prüfung kann man auch einmal probehalber versuchen, ähnlich klingende Wörter in die Lautstruktur "hineinzuhören". Falls das gelingt, dann ist die "Stimme" wohl doch nicht so eindeutig wie ursprünglich angenommen. Hier ist sehr genaues und sauberes Arbeiten erforderlich, wenn die Ergebnisse überzeugen sollen und man sich selbst nicht etwas vormachen will.

Den Wortlaut identifizierter Stimmen notiert man sich - am besten zusammen mit der zuvor gestellten Frage, um die Bezugnahme zu dokumentieren - und zusammen mit der Zählwerksnummer des Cassettenrecorders bzw. der Zeitangabe beim MiniDisc-Recorder auf ein Blatt Papier. (Ich hatte mir zu diesem Zweck früher einmal spezielle Auswertungsformulare angefertigt.) Bei Fremdwörtern oder unbekannten bzw. momentan unidentifizierten Lautfolgen bietet sich die Verwendung der phonetischen Lautschrift an. Jedes Einspiel-Protokoll sollte mit Datum und Uhrzeit und evtl. der Cassetten- oder Disc-Nummer versehen werden, damit man es auch später nach Jahren noch zuordnen kann.

Wird direkt am PC abgehört, dann kann man den Wortlaut der einzelnen Stimmen auch direkt über die Tastatur des Computers eingeben. Sound-Editoren wie Seite Adobe Audition (ehemals CoolEdit) bieten hierzu ein für unsere Zwecke geradezu ideales Werkzeug an, die sogenannte Seite Cue-List, in die die Deutungen direkt eingetragen werden können. weiter


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